Dienstag, 4. Mai 2010

gut? böse?

luisa schreibt in ihrem gestrigen tagebucheintrag:
" .......ich bin keine liebe friedliche frau, bin ich pazifistin? hm, selbst das ist nicht sicher, jedenfalls bin ich keine berechenbare, heilige großmutter...... "

das gefällt mir!!! ich fühle mich damit sooooo sehr seelenverwandt - und befreit - schwesterlich befreit  von dem ewigen kampf , alleweil gut, sauber, freundlich, nett und friedlich sein zu müssen, damit mich die anderen mögen, mich bewundern, oder noch schlimmer, dass sie mich als vorbild sehen -  und irgendwann hab ich natürlich begonnen an diese version von mir auch selber zu glauben  *grrrr...*
manchmal ist ein kleiner fingerzeig stark genug um einen (seelischen) riesen-müllberg zu bewegen.

eigentlich liebe ich es doch wirklich  eine böse, kampflustige, unkontrollierbare absolut freifliegende  hexenfrau  zu sein...... hi, hi, hi....!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

...und das alles bist du tatsächlich ....ich kann s bezeugen!
sei lieb umarmt und gedrückt
ciao
rosella

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Richtig so, liebe Sonyana.
Wer mich nicht so will wie ich bin, soll mir vom Hals bleiben....sag ich immer.
Ich jongliere vielleicht mit Worten aber verbiegen....nein,......das hab´ich wohl noch nie wirklich getan. Kein Wunder, dass früher die Kerle meißt nicht lange geblieben sind.....lach.....
Liebe Grüße
Rosi

Stephanie hat gesagt…

... ich frage mich ohnehin immer wieder, wo dieser Anspruch herkommt als Mutter oder Großmutter - rein und sauber, nett und adrett, fügsam und angepasst zu sein?
All diese Vorzeigeattribute laufen dem alltäglichen, richtigen, natürlichen Leben sowas von dagegegen.

Ich bin Großmutter und das ist nur bei besonderen Anlässen und nur mit den Kindeskindern ein Kuschelprogramm... ;-)

Großmutter Stephanie

Stephanie hat gesagt…

...ach ja und deine Baba Jaga im vorigen Betrag gefällt mir ausnehmend gut...

E.S. hat gesagt…

@stephanie
hi, gell die baba jaga isses - irgendwie. ich fühl mich mit ihr auch sehr wohl- irgendwie.

ich hab meinen kindern früher immer vorausgesagt, dass ich mal eine schreckliche schwiegermutter und noch schrecklichere großmutter sein werde, sie sollten sich da gar keine hoffnungen machen!
jetzt halte ich mein versprechen von dazumal und hab aber dabei tief drinnen irrerweise ein sauschlechtes gewissen - genau das
nenne ich das erbe meiner ahninnen und genau darauf will ich ab nun verzichten.

E.S. hat gesagt…

@grey owl
*giggle* ist wohl ein alter hut, dass die kerle "freifliegende" frauen auf die dauer nicht verkraften.

Stephanie hat gesagt…

... noch mal kurz, liebe Sonyana!

ich musste den Satz zweimal lesen um zu verstehen. Das schlechte Gewissen, von dem du sprichst ordne ich eher unserer Konditionierung zu. Das Erbe der Ahninnen würde ich sagen ist das, was dich zur freifliegenden Hexenfrau macht oder habe ich deinen Satz doch falsch verstanden?

Ich grüße dich
Stephanie

Stephanie hat gesagt…

liebe Sonyana

ich bin's schon wieder, Stephanie, aber deine Abbildng von der Baba Jaga hat mich zu einem Gedicht/Text inspiriert, nachzulesen auf meinem Blog Kurz und Prosa!
http://kurzundprosa.blogspot.com/

Vielleicht gefällt es dir ja!

Ach und was ich schon längst noch schreiben wollte, deine Bericht über die Israelreise fand ich faszinierend...

E.S. hat gesagt…

well met stephanie,
du hast recht und in meinem satz war "ahninnen" nicht passend.
ich dachte dabei an unsere realen "mütter/großmütter", also frauen, die keine chance hatten sich aus den gesetzen und vorschriften des patriarchats und des klerus zu lösen und diese ohnmacht als wahrheit lebten und ihren töchtern mehrere jahrtausende lang hinterlassen haben. das wollte ich als erbschaft beklagen.
natürlich sind es die ahninnen, die einer helfen zu erkennen.
danke für deinen hinweis,
werde in zukunft besser aufpassen.
sei gesegnet
sonyana

Meine Welt hat gesagt…

Ich habe nicht nur deinen Bericht gelesen , liebe Sonyana, sondern auch die Kommentare. Wenn ich an die Rolle der Frau denke wie Stephanie sie z.B. beschreibt, bin ich gedanklich sofort im frühen neunzehnten Jahrhundert.
Ich gehörte, wie mein Vater das mal ausdrückte, zu den Aufmüpfigen.
Ich hoffe eine gute Schwiegermutter zu sein und eine gute Oma zu werden, aber keine die im Lehnstuhl sitzt. Ich werde meinen Enkeltöchtern Aufmüpfigkeit beibringen und ich glaube nicht, dass ich anders kann ;-)

E.S. hat gesagt…

well met schwester
genau das ist es ja wofür ich plädiere, dass nämlich jede frau ob gütige oma oder böse neunzehn sein darf wie sie eben sein kann und möchte, ohne sich zu verbiegen oder blödinnigen konventionen anzuhaften oder gar klerikalen und patriarchalen "anstandsregeln" wie "so hat frau/mutter/großmutter zu sein".
ich finde aufmüpfigsein ist immer gut.
sei gesegnet
sonyana

Stephanie hat gesagt…

liebe Sonyana,
ich hoffe es ist ok. dass ich Meine Welt eine ausführliche Antwort geben, denn das Thema ist viel zu wichtig, um Missverstädlichkeiten im Raum stehen zu lassen... danke

@ Meine Welt
liebe Elsbeth, ich hab eben mal auf deine Seite geschaut und gesehen, das du eine, aber so was von gestandene Mutter bist. Daher bin ich jedes mal etwas verwirrt, wenn von Frauen wie dir, meine Ausführungen als Überbleibsel aus dem (und jetzt muss ich heftig grinsen) 19. Jahrhundert angesehen werden. Ist das wirklich alles so missverständlich?
Wenn ich von der Vergangenheit spreche, dann interessieren mich die letzten zweihundert Jahre herzlich wenig.
Ich spreche von der urweiblichen Kraft, die einst die Grundlagen der Menschheit geschaffen hat...
Die Großmütter haben in all den Jahrtausenden höchst selten als liebe Omi im Lehnstuhl gesessen - sie haben mit ihren Töchtern die Müttergemeinschaft, die Basis des Lebenserhalt, gebildet, sie waren es die Grundlagen der Kultur geschaffen haben...
Ich denke auch, wir sollten uns unbedingt von den Klischees befreien, die uns an der Wahrnehmung unserer Kompetenzen hindern. Auflehnung gegen das patriarchöse System ist wichtig, denn so kann es schon lange nicht mehr weiter gehen. Trotzdem lasse ich meine Energie nicht gern in einen Kampf gegen etwas fließen. Ich kämpfe lieber für matriviviale Strukturen, als gegen das Patriarchat.
Und wie schön, dass du deine Mutterkraft auf der ganzen Welt einsetzt,
Ich grüße dich von Herzen Stephanie

E.S. hat gesagt…

also grundsätzlich ging es ja "nur" um das thema "dass jede frau, vom teenie bis zur uromi sein darf/soll/etc., wie sie von ihrer natur aus ist und sich eben heutzutage nicht mehr zu verbiegen oder seelisch verstümmeln zu lassen braucht - wie doch die mehrzahl der frauen in der patriarchalen vergangenheit - die gar keine wahl hatten !
ich denke, dass frauen liebevolle fürsorgliche von mir aus "heilige" mütter und großmütter aus gütigem reinen herzen heraus sein dürfen - aber es nicht um jeden preis sein müssen.
ich selber möchte überhaupt nicht für oder gegen irgend etwas kämpfen, sondern ich bin MIT all meiner frauenmacht
"lebenskampfbereit" - oder so.
sei gesegnet
sonyana

Meine Welt hat gesagt…

Liebe Stephanie.
Wenn du das persönlich genommen hast, dann bitte ich ganz herzlich um Entschuldigung. Vielleicht habe ich, weil ich mich in den Kommentaren immer kurzfassen will, falsch ausgedrückt. Es war auf keiner weise, irgendwie auf dich gemünzt. Sondern nur auf das Bild das du beschrieben hast "Mutter oder Großmutter - rein und sauber, nett und adrett, fügsam und angepasst zu sein?" und was man mir in meinem Elternhaus ebenfalls versucht hat anzuerziehen. Diese Bild erinnert mich an längst vergangene Zeiten.
Bitte... ich wollte dir nicht zunahe treten.
Und was meinst du damit?
"Und wie schön, dass du deine Mutterkraft auf der ganzen Welt einsetzt"
Liebe Grüße
Elsbeth