Freitag, 3. September 2010

stephanie st.clair

noch eine spannende, außergewöhnliche frau hab ich im BAD WOMEN cal. entdeckt, stephanie st.clair!
also;  es sind die roaring twenties wir sind in new york, genauer gesagt in harlem.
noch ist es vor der zeit der legendären nachtclubs mit den jazzstars, die prohibition gibt es noch nicht und bisher ist dieser stadtteil hauptsächlich bekannt als arme, vornehmlich schwarze nachbarschaft. ein zufluchtsort der schwarzen, die versuchen, der armut und dem rassismus im süden zu entkommen, nur um festzustellen, dass es in new york nicht viel besser ist.
gleichberechtigung gilt nur wenns ums sterben geht....
in genau dieses harlem ist im jahr 1912 eine junge immigrantin aus der karibik angekommen - stephanie st. clair. sie kommt aus martinique und ist über marseille in die usa eingereist und wird lebenslang behaupten, dass sie aus frankreich stammt. wehe dem, der die frechheit hat ihr zu widersprechen. dann fängt sie an, wild auf französisch zu fluchen und zieht sich eventuell ihre schuhe aus um zuzutreten. für dieses aufbrausende temperament ist sie in ganz harlem bekannt.
aber ihren weg in die geschichte findet sie auf andere weise. sie wird boss einer glückspielorganisation und die einzige gangsterchefin ihrer zeit. sie wird als die queen of policy  bekannt und sie nannten sie respektvoll madame de st.clair oder queen of policy. ihr geld hat sie mit einem glückspiel gemacht, das auf dem spanischen bolito basiert, und in amerika als numbers game oder policy lief. simpel  und lukrativ - für die bank - jeder spieler kann mit minimalem einsatz 3 zahlen von 000-999 wählen....chance 1:600..... fest steht, dass madame das spiel im ganz großen stil aufgezogen hat und sie führte eine ansehnliche solide organisation mit über 40 angestellten und buchmachern. obwohl das spiel natürlich illegal war, war es doch eine quasi-offizielle institution, solange sich genügend polizisten schmieren ließen.
 jetzt komm ich aber zum eigentlichen grund meiner respektvollen aufmerksamkeit für diese frau; sie hat nämlich den großteil ihrer sicherlich beträchtlichen einnahmen an harlem und seine bewohner zurückgeführt  und zwar in form von krediten und stipendien da in diesen zeiten weiße banken kein geld an schwarze verliehen und arbeit knapp und schlecht bezahlt war. so konnte die ökonomie harlems mit diesem illegalen geld aufgebaut werden.
 stephanie lebte gut, bewohnte ein chickes appartment und sah in ihrem grauen schneiderkostüm mit gewagten hütchen wie eine respektable geschäftsfrau aus - bis es den mafia leuten klar wurde, dass da eine frau eine überaus lukrative marktlücke bedient und so setzten sie alles dran  sogar mit mordversuchen, die frau auszubooten - was ihnen erst nach erbitterten kämpfen gelang - stephanie war zäh, mutig und streitbar, aber letztlich mußte sie ihren widerstand aufgeben... ....
als stephanie hörte, dass ihr erbitterster gegner, der mafiaboss dutch schulz als folge einer gangsterschlacht im sterben lag, sandte sie ihm ein telegramm. drauf stand:" as ye sow, so shall ye reap"
nachtragend?

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