Mittwoch, 1. September 2010

Yaa Asantewaa

bei den worten „afrikanische kriegerkönigin“ kommen einer vielleicht klischees in den sinn wie große stolze junge frau, natürlich mit einem speer bewaffnet – oder so ähnlich, aber yaa asantewaa war eine kleine frau, als waffe zog sie ein gewehr hervor und zu dem zeitpunkt, da sie die ashanti zur rebellion gegen die britischen kolonialherren führte, war sie schon über 50 jahre alt
yaa war definitiv sowohl unfreiwilliger teil des britischen empire als auch „königin und mutter“ der ashanti. und sie ging durch ihren kampf gegen das empire in die geschichte ghanas ein.
zugegeben die geschichtsbücher erwähnen sie nicht, aber jon, auch vom stamme der ashanti und mein fetischtanz-lehrer, hat von ihr erzählt und jetzt wird sie hier in meinem persönlichen geschichtsbuch geehrt.
yaa asantewaa, mitglied des königlichen asona-clans der edweso, geboren etwa mitte des 19.jhdts, hat sich dem empire resp. queen victoria, in der rolle der edwesohemnaa, also der “königin und mutter aller ashantis“ ungeheuer erfolgreich zur wehr gesetzt um die eigenständigkeit und um die alten, tief verwurzelten traditionen des landes zu erhalten – gut, einige dieser traditionen sind gewöhnungsbedürftig, handelt es sich dabei doch z.b. um kannibalismus ( so soll angeblich in einer früheren generation ein englischer gouverneur seinen kopf verloren haben, der dann wahrscheinlich als trinkgeschirr von weit größerem nutzen war …) jedenfalls war mit yaa nicht gut kirschen essen und als die briten dann noch drohten, das ultimative symbol der ashanti, nämlich den „goldenen stuhl“ an sich zu reißen (alles wieder im namen der queen, die unbedingt auf dem goldenen ding sitzen wollte (?)) – aber diese drohung, (auch heutzutage noch ist der eigene, womöglich kunstvoll verzierte stuhl ein untrügliches machtsymbol!) provozierte gegenwehr und yaa ergriff das wort in einer ratsversammlung und verhöhnte die männer als schlappschwänze, stellte ihre männlichkeit in frage und erzielte mit genau dieser strategie den gewünschten effekt - no na!
der „goldene thron“ war gerettet.
diese königin stellt überhaupt ein bemerkenswertes phänomen dar, denn sie hat nicht nur erfolgreiche strategien festgelegt, sie ist mitten im schlachtfeld gestanden, hat mitgekämpft und das gibt es eigentlich sonst bei den feudalistischen herrschern eher nicht, dass sie sich im kriegsgeschehen die finger dreckig machen. natürlich endete auch ihre rebellion und die letzten 20 jahre ihres lebens verbrachte sie im exil – auf den seychellen.
hm.. sie hätte es schlimmer treffen können.
wenn ich mal ins exil gehen müsste/dürfte/sollte suchte ich mir auch die seychellen aus….


(wieder entdeckt by BAD WOMEN )

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1 Kommentar:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

....wieso habe ich davon nichts im Geschichtsunterricht gelernt???
Stattdessen mußten wir die Jahrezahlen der Kriege runter beten.....
Hier tut sich eine rießen Lücke in der Geschichte auf.....da fehlt sehr viel, besonders, was Frauen betrifft!
Da sollte sich, im Namen der Wahrheit, mal dringend jemand daran machen, das umzuschreiben!

So was verärgert mich immer, verzeih liebe Sonyana.
Es tut so gut wenigstens hier darüber lesen, erfahren zu dürfen. Danke Dir!
Sei lieb gegrüßt
Rosi