Dienstag, 2. Dezember 2008

Cap Estelle

Anne, Suzi, ich und die Königin
In der Tat, ich hatte ein unerwartet sehr befriedigendes und harmonisches Weekend incl. rituellem Zauberfest und als Gipfelerlebnis Hampstead Heath samt alter Quelle und Hügel–Grab der Königin Boadicea .Anne, wunderschön und gut drauf wie immer, und als große Überraschung kam Suzi aus Amsterdam! Nostalgie pur!Wir 3 lernten einander vor vielen Jahren auf Cap Estelle kennen. Anne, die gebürtige Wienerin und Bill waren damals aus London mit ihrem schnellen, grünen Jaguar unterwegs, um sich selber und ihre Liebe zueinander wieder zu finden, und um sozusagen schnell mal „ Ehe zu retten“.Ich selber war frisch ent heiratet und recht kess mit dem Nimbus der 'emanziperten Frau' unterwegs.Anne und ich fanden sofort die gleiche Wellenlänge und Bill, very british, aber offenbar recht froh, den andauernden Ehe-Diskussionen zu entkommen, entpuppte sich als ausgezeichneter Entertainer. Wenn die beiden allein waren gab es Krieg und ein furchtbares HickHack, aber kaum war ich dabei entspannten sich diese Verrückten und wir hatten a lot of fun!Ich hatte damals Glück das berühmte Chambre X unterhalb der Villa zu bewohnen, welches direkt in den Felsen des Cap in Richtung Osten eingebaut war und so schenkte sich mir jeder neue Sonnenaufgang bis in meine Kissen hinein. Natürlich wollte ich dieses Natur-Schauspiel bereits auf dem kleinen Balkon aus der Dunkelheit heraus erleben und während ich so warte sehe ich unten auf dem Strand ein Pärchen liegen. Die waren so zärtlich und verspielt miteinander, hatten eine Flasche Rotwein dabei und genossen sichtlich die Nacht und ihre Liebe.Als der Tag dann hell wurde, war ich verwirrt und erschüttert, denn der Mann am Strand erschien mir als Todesengel, er hatte den Tod in und um sich.Später kam ich mit den beiden ins Gespräch, denn sie hatten mich nächtens ebenfalls auf meinem Balkon entdeckt. Suzi und Hendrjik aus Amsterdam waren unterwegs auf ihrer letzten gemeinsamen Reise. Hendrjik wusste, dass er nur noch ein paar Wochen zu leben hatte und so nahmen sie sich die Auszeit von Familie, Verwandtschaft, Freunden, Mitarbeitern, Fesseln und Grenzen etc. um nur ihre Liebe zueinander und die Restzeit miteinander genießen zu können, grad so wie es ihnen gefiel.Anne, Bill, Suzi, Hendrjik und ich waren für die nächsten Tage miteinander wie durch ein magisches Band verbunden. Unsere Gespräche waren spannend, klug, ja sogar manchmal weise und stets mit herzlichem Spass und viel Gelächter umrahmt. Die beiden Engländer lernten einander neu schätzen und lieben. Die Holländer konnten sich in unserer Gesellschaft entspannen und wohl fühlen. Ich erinnere mich, dass die Vier das Cap überhaupt nicht verlassen haben - es ging einfach nicht. Ich selber musste mal dringend in die Stadt um für meinen Hund einen Anti-Floh-Spray zu besorgen. Das war Horror pur für uns alle. Ich bin hin und zurück gerast und die Andern hatten irre Angst, dass mir am ende was passieren könnte und ich nicht wieder käme.Dann plötzlich am 5.Tag wussten wir, dass es vorbei war. Wir fuhren in verschiedene Richtungen ab, ohne großen Abschied, denn wir wussten instinktiv, dass einiges zu erledigen sein wird und dass wir Freunde „Auf ewig!“ sind.Anne und Bill entdeckten ihre alte Liebe, sie haben sich einander wieder zugewandt und konnten sich jetzt tatsächlich, freundschaftlich von einander lösen. Anne lebt jetzt „freiwillig“ mit Jack, ist glücklich und (meistens) zufrieden.Suzi hat gelernt loszulassen und Hendrjik ist ein paar Wochen später sehr friedlich gegangen.Interessante Begegnung? Ich denke schon.Drei Frauen auf unterschiedlichen Wegen mit dem gleichen Schicksal des Loslassens und „All Ein Sein“ konfrontiert.

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