Dienstag, 2. Dezember 2008

Ich und der Jägersmann

vorne weg um keine missverständnisse zu provozieren;
in meinem alter ist „sexuelle belästigung“ schon was zum amüsieren - wenns denn tatsächlich noch mal passieren sollte.
so geschehen des abends in der hotelbar;
da bestell ich mir gelangweilt einen saft und höre die geschichten der eben eingetroffenen jagdgesellschaft. alles schwer betuchte jägersleut aus deutschen landen, welche von einem jagd-event zum nächsten reisen, ausgerüstet mit perfektem equipement, na ja, was ein jägersmann halt so braucht.
natürlich bin ich alles andere als eine freundin dieses seltsamen vergnügens, aber weil mir einsteils fad war, andererseits mich doch irgendwie interessiert was diese spezies so von sich gibt, hocke ich mich dazu und wie ich so hocke, blödelt mich einer von denen an. ich blödel amüsiert zurück und frag ihn ein bissel aus, dabei erfahre ich, dass die gesellschaft nur zu dem zweck hier ist, weil hier ein alter weiser fuchs herumschleicht , auf den sie seit jahren scharf sind, aber der fuchs war bisher immer schlauer und die jagd somit in all den vergangenen jahren erfolglos.
na, sowas hör ich doch sowas von gern! möge der fuchs auch heuer gewinnen!also, mein anflirter der zwirnfabrikant, wird immer lustiger und beschwipster, findet mich einmalig interessant und wunderschön und nach noch ein paar obstlern kann er nur mehr auf schwäbisch säuseln und meint, dass es an der zeit wäre zum champagner überzugehen und da versteh ich seinen dialekt aber schon nur mehr sehr schwer als er mich einlädt mit ihm in seine suite zu kommen, denn er würde mir schöne fotos zeigen und außerdem könnten wir da besten champagner trinken, er hätte „..mödschöndrom !“ - erst dachte ich, er hat “ein mädchen droben“ und wär spitzt auf ne menage a trois, aber er meinte die champagnermarke
moet et chandron!
tzzzz....was ich auch immer für frivole gedanken hab…. !
natürlich geh ich mit. so was läßt sich eine frau meines kalibers doch nicht entgehen. erstens wollte ich die suite begutachten und zweitens gings um die hetz einer eventuellen sexuellen belästigung und wie der knabe es wohl anstellen würde.
die suite ist elegant und ich kuschel mich strategisch in einen einzel-fauteuille hinein, der weidmann aber zieht richtig schlau eine lederne jagdtruhe ganz nah heran, setzt sich mit erotisch sinnlichem augengezwinker auf den rand der geöffneten truhe und zum champagner zeigt er mir dann tatsächlich fotos aus irland und wie groß die lachse waren, die er vor zwei tagen dort geschossen hätte.
jetzt ist er mir schon recht ungemütlich nah, da passiert mir unabsichtlich eine schnelle bewegung mit der hand, er erschrickt und plumpst arschlings in seine ledertruhe und da steckt er jetzt drin fest und zappelt wie ein maikäfer auf dem rücken. tja, dumm gelaufen, wenn sich einer in seiner eigenen falle verheddert.
ich kann ihn nur sehr mühsam herausziehen, denn der ist recht schwergewichtig und ich muss ja soviel lachen, was ich aber höflich zu unterdrücken versuche. endlich hab ich ihn rausgezogen und seine ganze erotik ist jetzt einer sonderbaren justamentstimmung gewichen, er versucht zwar weiter zu baggern, aber es geht nicht mehr wirklich und plötzlich reißt er alle fenster auf, dreht die musik laut rennt dahin, rennt dorthin, bis ich olfaktorisch erkenne, dass der stolze jägersmann sich in die hosen geschissen hat.
ich ruf den hund und verzieh mich.

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